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Ausbildung Surrogat-Partner*in

nächstes Datum: 21. September 2019

Zu lieben und geliebt zu werden, körperlich und emotional, heisst ganz und gar Mensch zu sein. aus dem Film: The Sessions

Was ist ein*e Surrogat-Partner*in?

Surrogat heisst Ersatz. Surrogat-Partner*innen sind Ersatzpartner*innen. Sie ersetzen für die Dauer der Therapie die intime Partnerin/den intimen Partner, die die Klient*innen im Moment nicht haben. Die Surrogat-Partner*innen gehen mit den Klient*innen eine Beziehung auf Zeit ein. In dieser Modellbeziehung im Rahmen der Surrogat-Partner Therapie lernen die Klient*innen sich und ihren Körper besser kennen und legen Scheu, Ängste und Schwierigkeiten in Bezug auf Nähe, Kommunikation, Körperlichkeit und Sexualität ab.
 

Was ist eine Surrogat-Partner Therapie? 

Die Surrogat-Partner Therapie (SPT) ist eine körperorientierte Sexualtherapie, die vor allem auf Singles und Absolut Beginners ausgerichtet ist. Sie geht zurück auf die erfolgreiche Methode der Sensate Focus Übungen, die in den 1960-iger Jahren vom Sexualtherapeutenpaar William Masters und Virginia Johnson entwickelt wurde. Die Übungen sind achtsamkeitsfokussiert und folgen einer klaren Struktur sowie einem klaren Ablauf. Durch die Beziehung mit den Surrogat-Partner*innen erhalten Klient*innen Zugang zur Erlebens- und Erfahrungswelt.

Die SPT findet ausschliesslich im therapeutischen Dreieck von Klient*in, Surrogat-Partner*in und verbaler Therapeut*in statt. Während den verbalen Therapiesitzungen werden die Themen besprochen und bearbeitet, die in der Surrogat-Partnerschaft auftauchen.  

So ermöglicht diese Therapieform einen spezifischen und geschützten Übungs- und Lernraum, der den Klient*innen im Alltag

Kommunikation im therapeutischen Dreieck

nicht zur Verfügung steht. Sie leben mit den Surrogat-Partner*innen eine Modellbeziehung, in der sie ohne Druck eine Beziehung beginnen, sie vertiefen und sie auf gute Weise beenden können. In der verbalen Therapie besprechen Sie Hindernisse, Ängste, Grenzen und natürlich auch Bedürfnisse. 

 

Surrogat-Partner*in und Therapeut*in tauschen sich regelmässig aus über den Verlauf und das weitere Vorgehen der Therapie. Zielführend dabei ist, dass die Klient*innen bereit werden für eine intime Beziehung mit erfüllender Sexualität ausserhalb des therapeutischen Rahmens. 

 

Die Treffen von Surrogat-Partner*in und Klient*in finden in einem festgelegten Raum während einer festgelegten Zeit statt. Ausserhalb von diesem Raum-Zeit-Abkommen, das ein Teil des therapeutischen Settings ist, gibt es keinen Kontakt zwischen ihnen. 

Artikel im Landboten zur Surrogat-Partner Therapie


Die Ausbildung als Surrogat-Partner*in ermöglicht den Teilnehmenden:

  • Als Surrogat-Partner*in im therapeutischen Dreieck in unterschiedlichen Settings sowie mit unterschiedlichen Bezugsgruppen zu arbeiten.
  • Kompetenzen zu erwerben und zu erweitern in Haltung, Rolle und Methoden der Surrogat-Partner Therapie.
  • Ihr Wissen und ihre Kompetenz vielfältig zu erweitern in den Themen rund um Beziehung und Sexualität: u.a. Kommunikation, Körperwahrnehmung, Achtsamkeit, sexuelle Schwierigkeiten, Anatomie, verschiedene Sexualitäten, Gender, Nähe/Distanz, Bindung, Bedürfnisse und Grenzen.
  • Durch Selbsterfahrung sich selbst besser kennen zu lernen in den relevanten Themen, sowie eigene Muster zu reflektieren.
  • Ein klares Verständnis der eigenen Rolle zu gewinnen – in den Treffen mit den Klient*innen sowie in der Kooperation mit den verbalen Therapeut*innen.


Grundlegendes Verständnis zur Ausbildung als Surrogat-Partner*in

  • Die Teilnehmenden durchlaufen in der Ausbildung selber eine Surrogat-Partner Therapie. So erfahren sie jeden einzelnen Schritt selbst. Sie lernen ihren Körper besser kennen, sowie eigene Bedürfnisse und Grenzen. Sie finden mögliche eigene Schwellen oder Grenzen in der Arbeit als Surrogat-Partner*in.
  • Homeplays (Körperübungen für zuhause) sind ein Teil der Surrogat-Partner Therapie und darum auch ein Teil der Ausbildung - zum einen zur eigenen Lern-Erfahrung, zum anderen für das Wissen, welche Homeplays die Klient*innen machen.​​​


Vorgehen während der Ausbildung

  • Die Teilnehmenden (TN) erfahren sich selber als Klient*in in einer Surrogat-Partner Therapie (SPT).
     
  • Im Unterschied zu einer richtigen SPT machen die TN die Übungen mit wechselnden Partner*innen. So lernen sie ihren Körper und ihr Verhalten mit verschiedenen Gegenübern kennen und erweitern ihr Erfahrungsfeld.
  • Ausserdem tragen die Teilnehmenden während dieser Modell Surrogat-Partner Therapie zwei Hüte: sowohl den der Surrogat-Partner*innen als auch den der Klient*innen. Sie lernen auf diese Weise vom ersten Wochenende an, wie sie Klient*innen begleiten können und erhalten gleichzeitig einen Einblick, wie es Klient*innen ergeht. 
  • Bis zum Wochenende 8 sind die Berührungen jeweils einseitig. Am Wochenende 8 findet der Übergang zu gleichzeitiger Berührung statt.
  • Die individuellen Grenzen werden immer wieder besprochen. Jede Person bestimmt selbst, wann sie eine Übung nicht machen möchte, bzw. was innerhalb der Übungen ihre/seine Grenzen sind. Auch in einer realen SPT halten Surrogat-Partner*innen ihre Grenzen ein. Sie überschreiten sie nie  – das ist grundlegend für die Authentizität der Surrogat-Partnerschaft.
  • Alle Teilnehmenden führen ein Protokoll der Wochenenden mit den Übungen inklusive ihrer Selbstreflexion.
  • Für Partner*innen von Teilnehmenden gibt es einen speziellen Informationsabend um Fragen zu klären und sich mit anderen betroffenen Partner*innen auszutauschen (siehe unten bei Termine).


Termine und Inhalte

Die Ausbildung findet während 9 Wochenenden von September 2019 bis Juli 2020 statt.

Sie läuft entlang den vier Phasen der Surrogat-Partner Therapie:
Phase 1: Nachnähren und Vertrauen aufbauen
Phase 2: Sinnlichkeit und wachsende Intimität
Phase 3: Intimität, Sexualität und Begehren
Phase 4: Abschluss
 

Zeitstruktur der Wochenenden:
Samstag 10:00 bis 19:00 Uhr, Sonntag, 10:00 bis 18:00 Uhr
 

Der folgende Überblick ist als Leitfaden zu betrachten - Änderungen, bzw. Anpassungen sind möglich.

Wochenende 1, 21./22. September 2019
Tieftauchen ins Thema: Beginn der Surrogat-Beziehung
Ankommen, Gruppenbildung, Grundlagen, Vereinbarungen
Übungen Phase 1: Nachnähren, Vertrauen aufbauen

Wochende 2, 2./3. November 2019
Tieftauchen ins Thema: Intimität, Sexualität und Liebe
Intime Gespräche, Körperimage
Weitere Übungen Phase 1: Nachnähren, Vertrauen aufbauen

Wochenende 3, 14./15. Dezember 2019
Tieftauchen ins Thema: Erregungsmodi
Eigene Grenzen und Schutzstile
Übungen Phase 2: Sinnlichkeit und wachsende Intimität

Wochenende 4, 1./2. Februar 2020
Tieftauchen ins Thema: Anatomie Genitalien
männliche, weibliche, gemischte Sexualitäten
WeitereÜbungen Phase 2: Sinnlichkeit und wachsende Intimität

Wochenende 5, 14./15. März 2020
Tieftauchen ins Thema: Berührung Genitalien
Sexuelle Schwierigkeiten der Klient*innen
Weitere Übungen Phase 2: Sinnlichkeit und wachsende Intimität

Wochenende 6, 18./19. April 2020
Tieftauchen ins Thema: Erregung
Performancedruck, Erregung und Orgasmus
Übungen Phase 3: Intimität, Sexualität und Begehren

Wochenende 7, 16./17. Mai 2020
Tieftauchen ins Thema: Anatomie der Erregung
Hetero, Homo, Bi, Pan, Inter, Trans, Cis oder Nonbinär
WeitereÜbungen Phase 3: Intimität, Sexualität und Begehren

Wochenende 8, 13./14. Juni 2020
Tieftauchen ins Thema: Gleichzeitige Berührung
Stolpersteine in der Therapie
Weitere Übungen Phase 3: Intimität, Sexualität und Begehren

Wochenende 9, 11./12. Juli 2020
Tieftauchen ins Thema: Ende der Surrogat-Beziehung
Übungen Phase 4: Abschluss
Rückblick und Ausblick
 

Zwischen den Wochenenden finden Lerneinheiten in kleinen Gruppen statt. 


Infoabende

Montag, 1. Juli 2019, 19:00 bis 21:30 in Zürich, Seefeld, Dufourstrasse 159, Praxis Alex Dreher
Donnerstag, 25. Juli 2019, 19:00 bis 21:30 in Winterthur, Pavillon Wildbach, Wildbachstrasse 32
Freitag, 16. August 2019, 19:00 bis 21:30 in Winterthur, Pavillon Wildbach, Wildbachstrasse 32
Der Infoabend ist kostenlos.

Der Besuch des Infoabends ist keine Voraussetzung zur Teilnahme an der Ausbildung.
anmelden Infoabend


Informations- und Austauschabend für Partner*innen von Teilnehmenden

Donnerstag, 10. Oktober 2019 in Winterthur
Kostenbeitrag: CHF 40


Voraussetzungen zur Teilnahme an der Ausbildung

  • Mindestalter 27 Jahre
  • Mind. 2 Jahre Erfahrung im Berufsalltag
  • Wohlbefinden im eigenen Körper und Freude an Körperlichkeit
  • Bereitschaft, sich emotional und körperlich einzulassen
  • Freudige Erfahrungen in Sexualität und Beziehung
  • Eigene (bekannte) traumatische Erfahrungen sind therapeutisch aufgearbeitet
  • Pflegen von nährenden Beziehungen im Privatbereich
  • Falls in Partnerschaft lebend - Einverständnis und klare Absprachen mit Partner*in
  • Kommunikations- und Konfliktbereitschaft, Reflexionsfähigkeit
  • Kompetenter Umgang mit eigenen und fremden Grenzen
  • Kurzer schriftlicher Lebenslauf mit Schwerpunkt auf Beziehung und Sexualität
  • Motivationsschreiben
  • Vorgespräch mit Ausbildungsleitung. Die Kosten des Gesprächs (CHF 140/h) können mit den Kosten der Ausbildung verrechnet werden.
  • Vereinbarung für die Ausbildung als Surrogat-Partner*in

  Anmeldeprozess für die Ausbildung als Surrogat-Partner*in

Die Ausbildung ist auch offen für Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung

Voraussetzung ist, dass du dich ohne Rollstuhl im Kursraum bewegen kannst. Der Boden ist schuhfrei und sauber. Bei Interesse kannst du dich bei mir melden und mehr Details erfahren. Die Vereinigung Cerebral Schweiz gibt (Teil-)Stipendien für die Ausbildung. Du kannst dich dafür bei Maja Cuk von Cerebral Schweiz melden. 


Voraussetzungen zur Zertifizierung als Surrogat-Partner*in

  • Erfolgreich durchlaufene Ausbildung mit vollständigem Protokoll der Wochenenden inkl. Selbstreflexion
  • Besuch von mindestens 15 Tagen der Ausbildung.
  • Surrogat-Partner Therapie durchgeführt mit mind. 2 Klient*innen im therapeutischen Dreieck unter Supervision von LuciAnna Braendle
  • Protokoll und Fallbeschrieb von mind. 2 Klient*innen
  • Positive Einschätzung von involvierter verbaler Therapeutin/Supervisorin (LuciAnna Braendle)
  • Einverständnis, die eigene Arbeit nur dann als Surrogat-Partner Therapie zu bezeichnen, wenn das Setting innerhalb eines therapeutischen Dreiecks mit einer verbalen Therapeut*in stattfindet. Um Missverständnisse zu vermeiden, dürfen Einsätze als Surrogat-Partner*in ohne involvierte Therapeut*in nicht als Surrogat-Partner Therapie bezeichnet werden.
  • Einverständnis mit den ethischen Richtlinien
  • Abschlussgespräch mit Leitung


Warum ich diese Ausbildung anbiete

Mit meinem Therapie- und Kursangebot bringe ich Menschen zu mehr Freude, Bewusstheit und Offenheit in Bezug auf Sexualität. Ich bin fest davon überzeugt, dass Sexualität eine Quelle von Gesundheit und Lebensfreude ist, deren Kraft sich auf alle Bereiche unseres Lebens auswirkt. 

Das Wissen darum, dass es viele Menschen gibt, die diese Quelle nicht nutzen können, weil ihnen ein Gegenüber zum üben und lernen fehlt, hat mich zur Surrogat-Partner Arbeit gebracht. Ich finde die Arbeit sehr wertvoll. Es ist wunderbar zu sehen, wie Klient*innen sich im Laufe der Therapie öffnen, wie sie aktiv werden, sich getrauen, sich freuen. Und wie sie dann flügge werden und mit ihrem Koffer voller wichtiger Erfahrungen und neuem Selbstbewusstsein in die Beziehungswelt hinaus reisen. 

Ich wünsche mir, dass mit dieser Ausbildung die Surrogat-Partner Therpie noch mehr Menschen erreichen kann und noch mehr Menschen davon profitieren dürfen - dass auch sie eine freudige Beziehung mit einem erfüllten Sexualleben geniessen können. 

  • Wie gross wird die Ausbildungs-Gruppe sein?

    Die Gruppe wird zwischen 8 und 14 Personen gross sein. Diese Gruppengrösse ermöglicht es mir, alle Teilnehmenden einzeln wahrzunehmen und während den Ausbildungstagen einen persönlichen Kontakt zu pflegen. 

  • Wer sind die Klient*innen einer Surrogat-Partner Therapie?

    Klient*innen einer Surrogat-Partner Therapie sind ganz verschiedene Menschen - mehr Männer als Frauen. Sie haben verschiedene Alter, verschiedene persönliche Geschichten, verschiedene berufliche Hintergründe, verschiedene sexuelle Orientierungen usw. Es sind Menschen, die du auch schon getroffen hast in deinem Alltag. 

    Menschen ab 18 Jahren können diese Therapie in Anspruch nehmen.

  • Aus welchem Grund nehmen Menschen eine Surrogat-Partner Therapie in Anspruch?

    Die Gründe für eine Surrogat-Partner Therapie können konkrete sexuelle Probleme sein oder soziale Kontaktängste sowie Unsicherheiten oder Traumas.  

    Mögliche Gründe für beide Geschlechter

    • Keine oder wenig Erfahrung mit Sexualität (Absolute Beginners)
    • Angst vor Intimität und/oder Nähe
    • Scham oder Ängste bezüglich Sexualität
    • Mangelndes soziales und/oder sexuelles Selbstvertrauen
    • Soziale Beinträchtigungen, z.B. Soziale Phobie, Asperger
    • Unklarheit über die eigene sexuelle Orientierung
    • Negatives Körperbild
    • Sexuelle, körperliche oder emotionale Übergriffe erlebt
    • Problematische Beziehungserfahrungen
    • Pornographiesucht
    • Schmerzen bei der sexuellen Vereinigung
    • Keine oder wenig sexuelle Erregung mit Wunsch nach mehr
    • Keine oder wenig Lust auf körperliche Nähe und/oder Sex mit Wunsch nach mehr
    • Körperliche Beeinträchtigung, angeboren oder nach Operationen, Unfällen, Krankheiten (Krebs)
    • Neues Ankommen mit dem Körper nach Transition
       

    Mögliche spezifische Gründe für Männer

    • Keine oder unvollständige Errektion
    • Frühzeitige Ejakulation
    • verzögerte oder fehlende Ejakulation und/oder Orgasmus

    Mögliche spezifische Gründe für Frauen

    • Vaginismus (Scheidenkrampf)
    • keine körperliche Wahrnehmung in der Vagina
    • Kein Orgasmus
  • Was sind Absolute Beginners?

    Absolute Beginner ist eine Bezeichnung für erwachsene Männer und Frauen ohne Beziehungserfahrung. Beziehung ist hierbei als eine Liebesbeziehung zu verstehen, die sich durch ein enges zwischenmenschliches Vertrauensverhältnis, körperliche Zärtlichkeit und sexuelle Aktivität auszeichnet. Die betroffenen Erwachsenen verfügen im Unterschied zu ihren Altersgenossen über keine, nur sehr bruchstückhafte oder lange zurückliegende Erfahrungen mit Liebesbeziehungen. Oft ist es so, dass die Scheu vor einer Begegnung mit einer Person, die sexuell anziehend ist, mit dem Alter zunimmt. Die Angst, "entdeckt" zu werden als Unerfahrene*r ist sehr gross. So ziehen sich Absolute Beginners oft zurück, wenn es ums Flirten oder Ansprechen oder um erste sinnliche Körperkontakte geht.

  • Was heisst "eine Beziehung auf Zeit" oder "Modellbeziehung"?

    Die Beziehung, die die Surrogat-Partner*innen mit den Klient*innen eingehen entspricht in vielem einer normalen Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen. Es gibt ein Kennenlernen, eine Annäherung, ein sich wohl fühlen miteinander, persönliche Dinge erzählen, sinnliche Berührungen, Ängste zugestehen, über Muster stolpern usw. Hier sind vier wichtige Unterschiede zu einer normalen Beziehung:

    1. Die Beziehung ist Teil eines therapeutischen Settings. 
    2. Die Beziehung findet nur zu einer abgemachten Zeit, bzw. Zeitdauer statt und in einem bestimmten Raum. Ausserhalb dieser Abmachungen gibt es keine Treffen (=Beziehung auf Zeit). Und wenn die Therapie zu Ende ist, dann ist auch die Beziehung zu Ende. Das heisst, die beiden dürfen für mindestens ein halbes Jahr keinen Kontakt miteinander haben. 
    3. Die Surrogat-Partner*innen haben neben dem Beziehungshut auch den Hut der Begleiterin/Lehrerin auf. Das heisst, sie sind im Beisammensein für das Wohlergehen der Klient*innen besorgt im Sinne davon, dass alles, was sie tun, zum Wohlergehen der Klient*innen beiträgt und diese beim Wachsen unterstützt. Ausserdem folgen sie der Struktur des Kennenlernens und der Körperübungen, die das Therapiesetting vorgibt. Unter anderem heisst das, dass sie erst dann im Prozess weiter gehen, wenn die Klient*innen dafür bereit sind, nächtse Schritte zu machen (=Modell für eine gelingende Beziehung). Dies besprechen sie jeweils mit der verbalen Therapeut*in. 
    4. Durch die Gespräche mit der verbalen Therapeutin sind die Surrogat-Partner*innen mit ihrer Arbeit in einer regelmässigen Supervision. 
  • Gehört Geschlechtsverkehr zu einer Surrogat-Partner Therapie?

    Es ist ganz unterschiedlich. Je nachdem, aus welchen Gründen Klient*innen eine Surrogat-Partner Therapie in Anspruch nehmen ist Geschlechtsverkehr mehr oder weniger wichtig.

    Für einen Mann, der vorzeitig ejakuliert oder eine Frau mit Vaginismus, kann das sehr wichtig sein. Für andere, die sich vor allem scheu fühlen im Körperkontakt oder soziale Schwierigkeiten haben, ist der Geschlechtsverkehr nicht prioritär. 

    Wichtig ist, dass Surrogat-Partner*innen selber wählen, was sie anbieten und wie weit sie gehen wollen mit den Klient*innen. Und sie wählen auch jederzeit, wo ihre Grenzen in den Therpiesitzungen sind - so wie in einer normalen Beziehung. 

    Zu sagen ist noch, dass der Geschlechtsverkehr - wenn er denn stattfindet - ein sehr kleiner Teil der ganzen Therapie ist. Viel wichtiger sind die Sensate Fokus Übungen, bei denen es um die Wahrnehmung geht, um das Geniessen, das ganz im Moment sein. Sowie das Abbauen von Ängsten und Scham und das Sich-einlassen auf ein Gegenüber. 

  • Ist die Arbeit legal? Oder brauche ich eine spezielle Bewilligung?

    Wie Personen, die Tantramassagen anbieten, werden laut Gesetz auch die Surrogat-Partner*innen dem Berufsfeld der Prostitution zugeordnet: «Die sexuelle Handlung braucht nicht in der Vornahme des Beischlafs oder ähnlicher Handlungen zu bestehen.»

    Da das Angebot von Prostitution in der Schweiz legal ist (für Personen ab 18 Jahren), ist auch die Arbeit legal - es braucht also keine spezielle Bewilligung. 

    Selbstverständlich braucht es zur Praktizierung dieser Arbeit wie für jede andere selbständige Erwerbstätigkeit eine Arbeitsbewilligung für die Schweiz sowie die Meldung bei der kantonalen SVA-Stelle. 

    Ausserdem ist darauf zu achten, dass die Arbeit in Räumen ausgeführt wird, die für Gewerbe zugelassen sind. 

  • Wenn ich nach der Ausbildung als Surrogat-Partner*in arbeite, wie finden die Klient*innen mich?

    Zu Beginn werden die Klient*innen über mich kommen. Du kannst dir jedoch selber eine Webseite machen und so Klient*innen finden. 

Dokumente

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